Youngster ...

Viele Hundeschulen bieten so genannte Youngster- oder Junghundegruppen an. Schauen Sie sich diese Gruppen genau an, bevor Sie mit Ihrem Hund dazu kommen:
Wie viele Hunde welchen Alters sind vorhanden? Passen sie von der Größe und dem Temperament her in etwa zusammen, ohne dass Verletzungen zu befürchten sind? Hat der/die Trainer/in alle Hunde im Blick? Wie viel Hunde können Sie selbst im Blick behalten und sehen welche Interaktion gerade zwischen mehreren Hunden stattfindet? Wird auch mal eingegriffen oder sind die Hunde nur sich selbst überlassen?
Beobachten Sie genau, hören Sie ruhig mal auf Ihr Bauchgefühl und entscheiden Sie dann, ob die Gruppe für Ihren Hund die passende ist.

Spielen und toben ist wichtig für Ihren jungen Hund, ebenso gute Kontakte zu anderen jungen Hunden. Aber auch zu älteren, erwachsenen, gut sozialisierten Hunden, möglichst unterschiedlicher Rassen. Wenn es sich um eine reine Spiel-und Tobestunde handelt, lernt Ihr Hund nicht unbedingt besonders viel.

Ob er immer nur Spaß mit allen anderen Hunden hat, ist auch fraglich. Erst wenn wir genau hinschauen, werden wir vielleicht entdecken, dass der eine oder andere Hund gestresst ist, sich mit anderen zusammen schließt und mobbt, oder ganz einfach überfordert ist.

Im schlimmsten Fall macht Ihr Hund sogar sehr schlechte Erfahrungen oder wundert sich später, dass nicht jeder Hund mit ihm "spielen" oder "toben" möchte. Wenn man eine Horde Jugendlicher ohne jegliche erwachsene Aufsicht, ohne Regeln und Absprachen sich selbst überlässt, wird am Ende auch nicht viel Fruchtbares daraus entstehen. Vielleicht endet es viel mehr in Streit, Zank, Mobbing oder sogar einer Prügelei?

Genau das findet leider auch sehr häufig in Welpen- und Junghundespielgruppen statt, wird aber oft als lustiges Spielchen fehlinterpretiert. Junge Hunde müssen auch die Regeln im Umgang mit anderen Artgenossen noch erlernen. Das erlernen sie weniger von gleichaltrigen, wilden Junghunden, sondern vielmehr von erwachsenen Hunden, die bereits gut sozialisiert sind und wissen wie man sich anderen Artgenossen gegenüber zu verhalten hat.

Dazu gehört es auch, sich "anständig" zu begrüßen oder auch mal "die Pfötchen still zu halten", wenn man Artgenossen begegnet. Denn das ist letztlich auch einer der Wünsche, die wir an unseren erwachsenen Hund haben: er soll weder ausrasten, drängeln oder jeden anderen Hund über den Haufen rennen und genauso wünschen wir uns, dass er ein netter, sozialverträglicher Hund wird, der andere Hunde weder belästigt noch ihnen Angst macht.

Ein Welpe kann dieses Verhalten erst im Kontakt mit entsprechend gut sozialisierten Hunden erlernen. Er lernt es nicht in einer reinen Welpen- oder Junghundespielgruppe. Hat er überwiegend Kontakte, wo nur wild und ungestüm gespielt, getobt, sich gejagd und umgerempelt wird, wird er dieses Verhalten zunächst in den meisten Begegnungen mit Artgenossen beibehalten oder er wird überfordert sein und gestresst reagieren, schlimmstenfalls mit Angst.

Auch hier gilt: Qualität statt Quantität. Lieber weniger, aber dafür gute Kontakte, statt reichlich aber fraglich. Wenn Sie sich für eine Youngster-Gruppe entscheiden möchten, fragen Sie doch nach, ob Sie sich die Gruppe erst einmal anschauen dürfen, ehe Sie sich für einen längeren Zeitraum festlegen.