Individualdistanz ...

In der Verhaltensbiologie versteht man unter Individualdistanz die Entfernung zwischen Tieren der gleichen Tierart, die ohne ein Ausweich- oder Angriffsverhalten geduldet wird. Wobei ich meine, dass unsere Hunde ebenfalls eine Individualdistanz gegenüber Menschen und anderen Tierarten haben.

Hunde haben eine sehr unterschiedliche, individuelle Distanz ihren Artgenossen gegenüber. Wird diese für Hund A nötige Distanz von einem Artgenossen überschritten, kann es zu entsprechenden Reaktionen des Hundes A kommen. Der eine Hund hat möglicherweise eine sehr, sehr geringe Individualdistanz, er lässt sich von Artgenossen anspringen oder anrempeln, ohne dass es ihn merklich stört, ein anderer Hund hat eine größere Individualdistanz und würde auf dieses Verhalten mit Ausweichen, Knurren oder Angriff reagieren.

Die Individualdistanz von Hunden fällt oftmals beziehungsspezifisch, geschlechtsspezifisch und situationsbedingt unterschiedlich aus. Eine hohe oder geringe Individualdistanz von Hunden kann auch rassespezifische Gründe haben. Gut sozialisierte Hunde lernen die jeweilige Individualdistanz von Artgenossen einzuschätzen und größtenteils einzuhalten.

Welpen und Junghunde können das oftmals noch nicht. Sie müssen noch lernen, dass ihre Artgenossen sehr unterschiedliche Individualdistanzen haben und auch das Pföteln oder Lecken der Schnauze nicht von allen Hunden als ein beschwichtigendes Signal empfangen wird sondern durchaus als lästiges, unangenehmes Verhalten empfunden werden kann (ein Individualdistanz-überschreitendes Verhalten).


Hunde, die eine sehr große Individualdistanz haben und schon beim Anblick von Artgenossen auf sehr große Distanz nervös, ängstlich oder mit Angriffsverhalten reagieren, kann mit einem gezielten Verhaltenstraining geholfen werden, die Individualdistanz zu verringern.