Dominanz ...

Mit dem Begriff Dominanz wird leider viel zu oft und zu einfach "hantiert". Ein ca. 1,5-jähriger Rüde, der sich mit anderen Rüden misst, mal eine Auseinandersetzung hat oder an der Leine pöbelt, ist noch lange nicht pauschal dominant.

Definieren wir erst mal Dominanz: In der Biologie gilt ein Individuum als dominant, wenn es gegenüber anderen Individuen einen höheren sozialen Status hat, worauf Letztere unterwürfig reagieren. Behält ein Hund in einer Gruppe von anderen Hunden immer wieder und vermehrt alle Rechte, Freiheiten und Resscourcen für sich, ist er den anderen Hunden gegenüber dominant.

Das Gegenteil von Dominanz ist die Unterwürfigkeit, die Subdominanz. Die anderen Hunde reagieren subdominant.

Diese Dominanz-Hierarchien sind bei vielen Tieren anzutreffen: Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten oder Resscourcen von Individuum B ein und gesteht sich selbst genau diese zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz kann also immer nur beziehungsspezifisch genannt werden und ist jeweils zeit- und situationsabhängig. Nicht zu verwechseln mit Aggression. Ein sich anderen Hunden dominant verhaltender Hund muss nicht aggressiv sein. Vielmehr gehen in einer Gruppe von Hunden die Aggressionen von den subdominanten Hunden aus.

Weiterhin muss beachtet werden, dass aggressives Verhalten nicht zwangsläufig in negativem Zusammenhang gesehen werden darf. Aggressionen dienen in der Verständigung unter Hunden sehr häufig auch der Deeskalation. Ärger und Streit soll vermieden oder verhindert werden.


Seien Sie also vorsichtig, wenn Ihr Hund pauschal als dominant bezeichnet werden soll. Dominanz ist immer in dem jeweiligen, situativen und beziehungsspezifischen Zusammenhang zu betrachten.